Foto: Claudia Beckert
Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mittelsachsen und der Landfrauen Mittelsachsen e. V veranstalten zur Thematik am 10. November eie Gesprächsrunde.
Vor 20 Jahren fiel die innerdeutsche Mauer. Während das „Frausein“ im ostdeutschen Teil der nunmehr vereinten Nation stark von der Berufstätigkeit und der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frau geprägt war, dominierte im westlichen Teil die Rolle der Frau als Mutter und Hausfrau. Zwei Frauenbilder, die unterschiedlicher nicht sein konnten und bereits in den frühen 90er Jahren zur Auseinandersetzung anregten.
Doch der politische und wirtschaftliche Anpassungsprozess in den neuen Bundesländern griff einschneidend in die Berufstätigkeit und in die politische Partizipation der Frauen ein. So ist vor allem die Frauenarbeitslosigkeit im ländlichen Raum weit aus höher als die der Männer, und der Erhalt der Berufstätigkeit verlangte von den Frauen eine hohe berufliche Qualifikations-und Weiterbildungsbereitschaft bzw -fähigkeit. Während sich ostdeutsche Frauen vor allem im sozialen, soziokulturellen, vor- und schulischen Bereich engagieren, so sind sie in den politischen Entscheidungsebenen nur schwer zu finden. Zufall – oder Ergebnis eines Sozialisierungsprozesses, dessen Ausgangspunkt noch in der DDR lag?
Welche Bedürfnisse haben heute ostdeutsche Frauen in Hinblick auf ihre gesellschaftliche Gleichstellung und wie sollte eine Gesellschaft aussehen, die Frauen wie Männer gleichermaßen anspricht, sich politisch zu engagieren und mitzubestimmen?
Diesen Fragen sollen in einer Gesprächsrunde diskutiert werden, die nicht nur für Frauen offen ist. Veranstalter sind die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mittelsachsen und der Landfrauen Mittelsachsen e.V. Beide laden am 10. November 2009 – 20 Jahre nach der Maueröffnung - in das DBI Brennstoffinstitut, Halsbrücker Straße 34, 09599 Freiberg ein. Die Gesprächsrunde beginnt 16:00 Uhr. Als Gesprächspartnerinnen stehen die Soziologin Dr. Uta Schlegel von der Martin – Luther – Universität Halle-Wittenberg sowie weitere Akteurinnen aus Wirtschaft und Politik zur Verfügung.